Auf bevorstehende Entwicklungen reagieren

14.12.2020  |  Von: De Hoop  |  Kategorie: Masthähnchen

Masthähnchenhalter Boris Noordhoek wartet nicht auf Entwicklungen, die kommen werden. Er ergreift selber die Initiative. Nach einer frühen Umstellung auf Freilandhühner (1 Stern Beter Leven-Label) konzentriert er sich nun auf einen kurzen Zyklus: Rohstoffe aus der Umgebung und Direktverkauf an die Verbraucher. „Das gelingt mit Partnern, die positiv mit uns mitdenken und maßgefertigte Lösungen anbieten wollen.“

Das Masthähnchenunternehmen De Zeeuwse Kip, das Boris Noordhoek gemeinsam mit seinen Eltern betreibt, befindet sich in Wolphaartsdijk in der Provinz Zeeland. Der Betrieb kombiniert die Haltung von Masthähnchen, die inzwischen der wichtigste Wirtschaftszweig ist, mit etwa 25 ha Ackerbau. Im Jahr 2016 wechselte das Unternehmen zu Freilandhühnern mit dem niederländischen Label 1 Stern Beter Leven. Die Zahl der Küken ging aufgrund der geringeren Besatzdichte auf 70 000 zurück. „Es lief hervorragend mit den normalen Küken. Das war auch nicht der Grund für den Übergang. Für uns war die Stimmungslage in der Gesellschaft der Grund, sich dafür zu entscheiden. Wir versuchen, Veränderungen auf dem Markt nicht als Bedrohung zu sehen, sondern überlegen, wie wir darauf reagieren können“, blickt er zurück. Es kennzeichnet das Unternehmertum der Geflügelhalter aus Zeeland.

Zirkuläre Landwirtschaft
Die Diskussion über die zirkuläre Landwirtschaft war ein weiterer Grund, das Geschäftsmodell zu überprüfen. „Wir haben bereits Weizen von unserem eigenen Ackerbaubetrieb gefüttert und suchten nach weiteren Möglichkeiten, noch mehr Rohstoffe aus der Umgebung zu verfüttern“, erzählt der Geflügelhalter. Mit diesem Ackerbauzweig arbeitet De Zeeuwse Kip eng mit dem Ackerbaubetrieb von Boris‘ Onkel zusammen, insbesondere bei der Umsetzung des Bauplans. „Wir verfüttern etwa 700 Tonnen Weizen pro Jahr, was 70 Hektar entspricht. Es stammt bereits größtenteils aus dieser Zusammenarbeit, ergänzt von Weizen von Ackerbauern aus Zeeland. Wir haben geschaut, ob wir auch proteinreiche Produkte in den Plan aufnehmen können, um Soja zu ersetzen. Vor drei Jahren begann das Unternehmen, mit Erbsen zu experimentieren. Vor zwei Jahren haben wir auf Ackerbohnen umgestellt, weil das besser passt.

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